Prozessmanagement-Definition

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Immer wieder werden Fragen zum Prozessmanagement gestellt. Viele werden durch Suche im Internet beantwortet, manches bleibt unbeantwortet oder hinterläßt noch mehr Fragen.

Deshalb haben wir uns entschlossen eine kleine Hilfestellung zu geben und eine Prozessmanagement Definition zu erstellen.


Prozessmanagement-Definition

Prozessmanagement beschäftigt sich mit der Identifikation, der Gestaltung, Dokumentation, der Implementierung und Steuerung von Geschäftsprozessen.

Dabei werden im Rahmen von gesamtheitlichen Ansätzen nicht alleine technische, sondern organisatorische Fragen betrachtet. 


Zur Geschichte des Prozessmanagements

Die Produktion und die Leistungserstellung im Allgemeinen wird oft im Zusammenhang mit industriellen Unternehmen gesehen. Die Erzeugnisse aus der industriellen Fertigung haben unser Umfeld zum Teil stark verändert. Dazu gehören beispielsweise Autos, Computer, Mobiltelefone, Diagnosegeräte der Medizin und viele andere digitale Produkte.

Tatsächlich sind aber nicht die einzelnen Produkte für diesen Wandel verantwortlich. Viel stärker haben die Produktionsmethoden unseren Fortschritt bestimmt. Die Fortschritte der Informationstechnik und die Entwicklungen von Fabrik- und Transportsystemen, haben den Lauf der Geschichte stark beeinflusst. Allein die Entwicklung der Infrastruktur nach Erfindung des Internets haben die Prozesse und das Prozessmanagement extrem verändert.

 

Veränderungen durch mobile IT

Unser Verhalten hat sich mit der Nutzung von Apps auf mobilen Endgeräten, wie Smartphone oder Tablet stark verändert. Preisvergleichsmaschinen, Suchalgorithmen und Fitness- sowie Gesundheits-Tracker oder Navigationssysteme, alle sind in ein Prozessmanagement eingebunden. Diese werden auf den ersten Blick für den Nutzer nur nicht sichtbar. Aber sie sind die Grundlage für Informationen, die wir beim Nutzen dieser Apps erhalten.

Vom Handwerk zum Prozessmanagement im Fabriksystem

Die vorindustrielle Gesellschaft war von einer landwirtschaftlichen und handwerklichen Lebensweise geprägt. Der Begriff der Arbeitsteilung war noch nicht erfunden. Gesellschaftliche Entwicklungen waren Grundvoraussetzungen für eine industrielle Revolution. Diese ging im Grunde genommen von Grossbritannien aus, das schon 1215 die Magna Carta erstellt hatte: Eine erste Festlegung für Bürgerrechte als Grundrechtserklärung. Damit waren persönliche Freiheit und Rechtssicherheit möglich. Durch die Einführung des Patentrechts 1624 wurde der Grundstein gelegt, Erfindungen und neue Verfahren schützen zu lassen. Damit war die Möglichkeit geschaffen, den Erfinderlohn zu erhalten.

Der Erfindergeist war auch bei der Entwicklung neuartiger Maschinen in der Landwirtschaft von großer Bedeutung. Damit konnten genügend Nahrungsmittel erzeugt werden und die Lebensmittel wurden erschwinglich.

Die Freisetzung von Landarbeitern durch Mechanisierung führte im Laufe der Zeit auch zu einer ersten Arbeitsteiligkeit. Dies zeigte sich auch durch eine zunehmende Schar von Heimarbeitern. Diese erhielten meist von Unternehmern bereitgestellte Rohstoffe. Meist waren dies Wolle oder Flachs die mittels spinnen und weben zu fertigen Produkten weiterverarbeitet wurden.

Stark ausgeprägt war dieses System zuerst in Grossbritannien. Wir kennen dies aber auch von Bauernfamilien im Schwarzwald, die im Winter in Heimarbeit Kuckucksuhren herstellten.

 

Vorindustrielle Produktion

Die vorindustrielle technische Produktion war bis ins 18. Jahrhundert durch eine handwerkliche Fertigung geprägt. Starke Zünfte waren für Herstellungsverfahren (einfaches Prozessmanagement), Produktionsmengen und Ausbildung verantwortlich. Einerseits waren Sie für die Handwerker Bindeglied und soziale Sicherung. Andererseits behinderten sie den technischen Fortschritt und den Erfindergeist.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich – gerade in Grossbritannien – ein Manufaktursystem. Dieses zeichnete sich dadurch aus, dass es eine räumliche Verdichtung der Arbeit und damit auch der Arbeitskräfte gab. Erste Mechanisierungen und einheitliche Arbeitsabläufe tauchten auf. Zum Produktionsfaktor Handarbeit kam ein weiterer Produktionsfaktor hinzu: das Kapital.

Gebäude und Maschinen verlangten Kapital, um Mechanisierung vorantreiben zu können. Meist kam das Kapital von den Eigentümern der landwirtschaftlichen Betriebe. Diese stellten Ihr Geld aber auch den Erfindern technischer Maschinen und Produktionsverfahren zur Verfügung.

 

Die Entwicklung der Roh- und Absatzmärkte

Ein begünstigender Faktor zur Entwicklung einer industriellen (prozessgesteuerten) Fertigung war in England auch der Status als Kolonialmacht. Wichtige Rohstoffe konnten günstig beschafft und Absatzmärkte recht einfach erschlossen werden.

Die ersten Anzeichen von Wachstumsgrenzen werden sichtbar. Das stetige Wachstum der britischen Baumwollindustrie führte zwangsläufig zu steigenden Löhnen. Bald konnte der billigeren indischen Konkurrenz nicht mehr standgehalten werden.

Mit bestehenden Mitteln war dieser billigen Konkurrenz nicht mehr beizukommen. Dies war der Anstoß für Investitionen zur Verbesserung der Produktivität. Die Entwicklung von mechanischen Spinnmaschinen und Webstühlen war nicht mehr aufzuhalten.

 

Energiehunger

Alle Maschinen aus dieser frühen industriellen Zeit wurden durch Wasserkraft angetrieben. Erst die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt 1764 konnte den Energiebedarf befriedigen. Die Zeit der Dampfmaschinen war angebrochen.

Parallel dazu wurden verbesserte Verfahren zu Erzeugung von Schmiedeeisen entwickelt. Die Herstellung von Maschinen, Stahlerzeugnisse wie Schienen und Brücken aus Eisen war damit möglich.

Der Aufschwung und der technische Fortschritt jener Zeit führte auch zur Entwicklung neuer Industrien. Zusätzlich zur Textilindustrie entstand eine chemische Industrie, Nahrungsmittelindustrie und vieles mehr.

Die für eine Versorgung von Menschen notwendige Infrastruktur wurde durch ein erstes Schienennetz und durch Schifffahrtskanäle sichergestellt.

Im Rahmen dieser Industrialisierung kam es auch zu negativen Auswüchsen und Ausbeutung von Arbeitern. Friedrich Engels hat in seinem Manifest "die Lage der arbeitenden Klasse in England" dies schon 1845 deutlich beschrieben.



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Die Massenfertigung erscheint am Horizont

Der nächste Schritt in der industriellen Revolution wurde durch die Erfindung des Elektrodynamos eingeleitet. Werner von Siemens erhielt dafür 1866 seine Patentschrift in München. Einen regelrechten Boost erlebte die Industrie durch die Erfindung von Rudolf Diesel.

Die Verbrennungsmaschine wurde Ihm 1892 als Patent anerkannt. Die Nutzung von Erdöl statt Kohle und durch den Einsatz elektrischer Antriebe konnte die Industrielle Produktion vervielfacht werden. Dies war auch die Initialzündung für die Automatisierung und Rationalisierung von Arbeitsabläufen. Das Prozessmanagement war geboren.

Frederick Taylor veröffentlichte 1895 "The Principles of Scientific Management". Eine wissenschaftliche Arbeit, die sich mit der Rationalisierung von Arbeitsabläufen befasste. Sein Konzept zur Zerlegung von Arbeitsabläufen in planerische und ausführende Tätigkeiten hat heute noch Gültigkeit. Durch eine Analyse und durch Standardisierung von Arbeitsabläufen wurde die Grundlage für ein effizientes Prozessmanagement erst geschaffen.

 

Das Fließband wurde erfunden

Die zunehmende Bevölkerung in den USA verlangte es, die Lebensmittelproduktion zu industrialisieren, um dem Bedarf gerecht zu werden. Mit der Einführung von Förderanlagen im Schlachthof in Chicago USA wurde erstmals eine Fließbandproduktion ermöglicht. Damit wurde der nächste Schritt zur weiteren Optimierung der Prozesse eingeleitet.

Die von Henry Ford eingeführte Fließbandproduktion für das Modell T führte ab 1914 zu einer kostengünstigen Massenproduktion.

Prozessorientierung und Informationstechnik

Die zunehmenden Anforderungen an die Qualität der Massenproduktion wurde durch den Einsatz von numerisch gesteuerten Maschinen ermöglicht,

Die Entwicklung der Computertechnik und der Bau der ersten programmgesteuerten Rechenmaschine durch Konrad Zuse 1936 war ein Meilenstein. Der integrierte Schaltkreis wurde 1958 von Jack Kilby bei Texas Instruments entwickelt. Dafür erhielt er im Jahr 2000 den Nobelpreis für Physik. Dem vorausgegangen war die Entwicklung des Transistors in den Bell Laboratories bis 1947.

Der Einsatz von numerisch gesteuerten Maschinen ermöglichte eine weitere Prozessoptimierung. Es war jetzt erstmals möglich, dass ein Mitarbeiter mehrere Maschinen bediente und überwachte. Möglich wurde dies auch durch die Entwicklung von Software Planungs- und Steuerungssysteme. Sogenannte PPS Software wurden erstmals in den frühen 60er Jahren entwickelt.

Parallel gab es Entwicklungen von Software, die bei der Entwicklung und Konstruktion unterstützen können. Dies waren Systeme die mit den Kürzeln CAE und CAD beschrieben wurden. Darauf aufbauend wurden CIM-Konzepte entwickelt. Diese ermöglichen den direkten Austausch von Daten zwischen Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Administration.

 

Der Startschuss für Enterprise Ressource Programme (ERP-Systeme) kam in Sicht

Anforderungen an die Bereitstellung von Daten und Informationen über ein gesamtes Unternehmen führte zur Entwicklung von ERP-Software. Diese wurden beginnend von den ersten Ideen der Materialressourcenplanung über Maschinenplanung bis heute permanent weiterentwickelt.

Inzwischen gibt es viele hundert ERP-Software-Systeme für jeden erdenklichen Anforderungsfall am Markt.
ERP-Software Bewertung und unabhängige ERP-Softwareauswahl sind heute Dienstleistungen, die entstanden sind, weil die Vielfalt und Komplexität von ERP-Systemen stark zugenommen hat. Um komplexe ERP-Software erfolgreich zu nutzen, ist ein Prozessmanagement entscheidend. Das Wissen um Organisationsmodelle und Prozessbeschreibungen ist Voraussetzung ein ERP-System zu bewerten, ob es die Anforderungen des Unternehmens erfüllt.

Die großen Anbieter für Prozessmanagement Software sind zum Beispiel: SAP S4/Hana, Microsoft, Oracle, Infor und viele andere. (Diese Liste ist natürlich nicht vollständig)

Alle Systeme haben den Anspruch, dass sie ein Unternehmen (Enterprise) steuern können. Dies vom ersten Materialbedarf über die Logistik bis hin zum Zahlungsverkehr wird in einem ERP System abgebildet. Zahlreiche Erweiterungen wie Kundengewinnung Customer Relationship Management (CRM) bis zu einfachen Anforderungen im Dokumentenmanagement (DMS) sind entwickelt worden.

 

 

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