Fraunhofer IAO weist darauf hin, dass GxP-Compliance lückenlose Audit-Trail-Strukturen erfordert. Ein nachgerüstetes Compliance-Modul fällt im EMA-Audit häufig auf, weil Datenintegrität an mehreren Stellen unterbrochen ist.
Ein generikaproduzierender Mittelständler in Hessen mit 540 Mitarbeitenden ersetzte sein gewachsenes ERP, nachdem die EMA-Inspektion Lücken in der Chargenrückverfolgung dokumentiert hatte. Das neue System wurde von Beginn an validiert eingeführt; die Nachbesserungskosten wären sonst höher gewesen als das gesamte Implementierungsbudget.
Verwandte Begriffe: Branchen-Beratung Pharma, ERP in validierter EU-Pharma-Umgebung, Siloed Data zu Process-led Pharma ERP.
Vom ersten Prinzip her gedacht ist Compliance keine Funktion, sondern die Struktur des Datenmodells. Wer Compliance nachträglich anbaut, hat im Audit zwei Probleme: die Lücke selbst und den Eindruck mangelnder Prozesssicherheit.
Wirkstoffhersteller und Fertigarznei-Produzenten haben strukturell unterschiedliche ERP-Anforderungen: Wirkstoffhersteller arbeiten chargen- und kampagnenorientiert, Fertigarznei-Produzenten meist losbasiert. Ein ERP, das nur eines abdeckt, schafft im jeweils anderen Segment Workarounds, die im Audit auffallen.
Mehr dazu: ERP-System Grundlagen.
Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr ERP-Kandidat die EMA-Vorgaben strukturell trägt, vereinbaren Sie eine Pharma-Auswahl-Sondierung.