Zusammenfassung Viele in der EU ansässige Pharmaunternehmen arbeiten nach wie vor mit isolierten Datenmodellen, bei denen Stammdaten, Transaktionsdaten und Prozessverantwortlichkeiten auf einzelne Abteilungen wie Beschaffung, Qualitätssicherung, Fertigung oder Finanzen beschränkt sind.
Viele in der EU ansässige Pharmaunternehmen arbeiten nach wie vor mit isolierten Datenmodellen, bei denen Stammdaten, Transaktionsdaten und Prozessverantwortlichkeiten auf einzelne Abteilungen wie Beschaffung, Qualitätssicherung, Fertigung oder Finanzen beschränkt sind. Dieses Modell mag sich zwar organisch entwickelt haben, steht jedoch zunehmend im Widerspruch zu den Realitäten moderner ERP-Systeme, den regulatorischen Anforderungen der EU und datengesteuerten Betriebsmodellen.
ERP-Implementierungen – insbesondere SAP S/4HANA und vergleichbare Tier-1-Plattformen – zwingen Unternehmen dazu, sich einer grundlegenden Frage zu stellen:
Automatisieren wir bestehende Silos oder gestalten wir das Unternehmen rund um End-to-End-Prozesse neu?
In diesem Artikel wird erläutert, wie Pharmaunternehmen eine ERP-Implementierung als Katalysator nutzen können, um von einem silobasierten Datenmodell zu einem prozessgesteuerten Datenmodell überzugehen, das auf Prozessarchitekturen der Stufen 1 bis 6 basiert und mit den GxP-Validierungs-, Datenintegritäts- und EU-Compliance-Anforderungen im Einklang steht.
ERP-Implementierungen in pharmazeutischen Umgebungen sind aufgrund folgender Faktoren von Natur aus komplex:
In siloartigen Organisationen decken ERP-Projekte häufig Folgendes auf:
Ohne eine Auseinandersetzung mit dem zugrunde liegenden Datenmodell laufen ERP-Programme Gefahr, zu teuren Systemmigrationen statt zu Geschäftstransformationen zu werden.
Ein isoliertes Datenmodell liegt vor, wenn:
Abteilung Silo-Datenverantwortung
Beschaffung Lieferantenstamm, Preise, Verträge
Qualität Spezifikationen, Abweichungen, Änderungsprotokolle
Fertigung Stücklisten, Arbeitspläne, Chargen
Lieferkette Prognosen, Bestandsparameter
Finanzen Kostenstellen, Bewertung, GL-Zuordnungen
Jeder Datensatz ist lokal optimiert, aber global nicht aufeinander abgestimmt.
Silo-Datenmodelle sind oft das Ergebnis von:
Diese Strukturen sind zwar verständlich, führen jedoch zu systemischen Ineffizienzen.
Aus ERP-Sicht führen isolierte Datenmodelle zu:
Aus regulatorischer Sicht erhöhen sie:
Ein prozessgesteuertes Datenmodell organisiert Daten anhand von End-to-End-Geschäftsprozessen und nicht nach Abteilungen.
Wichtige Merkmale:
Abteilungen „besitzen” keine Daten mehr – sie interagieren mit Daten über Prozesse.
Ein robustes prozessgesteuertes Modell basiert auf einer strukturierten Prozesshierarchie:
Daten sind das Ergebnis der Prozessausführung – nicht der Präferenzen einer Abteilung.
In einer silo-basierten Umgebung
Ergebnisse:
In einem prozessgesteuerten Modell:
Ergebnis:
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass ERP-Systeme eine Prozessorientierung schaffen.
In Wirklichkeit
ERP sollte behandelt werden als:
Eine treibende Kraft für Prozessdisziplin – nicht als Workaround-Plattform.
Wichtige Aktivitäten:
Ergebnisse:
Schwerpunkte:
Grundsätze:
ERP-Designentscheidungen sollten folgenden Grundsätzen folgen:
Prozessgesteuerte Modelle reduzieren den Validierungsaufwand durch:
Die Validierung verlagert sich von Transaktionstests hin zur Prozesssicherung.
Prozessgesteuerte Datenmodelle unterstützen:
Relevante Rahmenwerke sind unter anderem:
Prozesstransparenz wird zunehmend erwartet – sie ist keine Option mehr.
Fallstrick Minderung
Automatisierung von Silos Zuerst Prozesse neu gestalten
Übermäßige Anpassung Standard-ERP-Prozesse verwenden
QA-Isolation Qualität in Prozesse einbetten
Lokale Optimierung Globale Prozess-Governance durchsetzen
Späte Datenentscheidungen Daten frühzeitig definieren
Prozessgesteuerte Modelle erfordern:
Ohne Change Management lässt sich der technische Erfolg nicht in geschäftlichen Nutzen umsetzen.
Ein prozessgesteuertes Datenmodell ermöglicht:
Es macht das Unternehmen über das ERP-Programm hinaus zukunftssicher.
Der Übergang von einem isolierten Datenmodell zu einem prozessgesteuerten Datenmodell ist keine Nebentätigkeit – es ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ERP-Implementierungen in EU-basierten Pharmaunternehmen.
Diejenigen, die erfolgreich sind, implementieren nicht nur ERP-Systeme.
Sie gestalten die Arbeitsweise des Unternehmens neu.
Quick Links
1. Kontext: Warum ERP-Programme Schwächen des Datenmodells in der Pharmaindustrie aufdecken
2. Das isolierte Datenmodell in Pharmaunternehmen verstehen
3. Das prozessgesteuerte Datenmodell: Eine strategische Alternative
4. Praktisches Beispiel: Purchase to Pay (P2P)
5. ERP als Wegbereiter – nicht als Treiber
6. Übergangsstrategie: Vom Silo zum Prozess während der ERP-Implementierung
7. Regulatorische und EU-spezifische Überlegungen
8. Häufige Fallstricke und wie man sie vermeidet
9. Rolle des Änderungsmanagements
10. Warum dies für die langfristige Digitalisierung wichtig ist
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