#1 Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg Interview bei cyberlago und bwcon

Auf einer Veranstaltung von Cyber Lago und bwcon auf der Mainau im Oktober 2019 standen Nicole Amann von Cyber Lago und Lisa Rothfuß für ein Interview zur Verfügung. Erfahren Sie in diesem Dreher Consulting Podcast, welche Aufgaben und Herausforderungen für Unternehmen im Rahmen einer Zusammenarbeit über Grenzen identifiziert wurden. Welche Lösungen im Kontext des Fachkräftemangels schlagen die beiden Interviewpartnerinnen vor und welche Herausforderungen müssen Unternehmen meistern.

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Kapitelmarken für diese Folge:

    • Wer sind Cyberlago? (ab 0:47)
    • Wer ist BWCon? (ab 1:28)
    • Was sind die Herausforderungen für die Mitglieder von Cyberlago und wie können Unternehmen dem Fachkräftemangel entgegen wirken? (ab 2:48)
    • Was sind die Herausforderungen für die Mitglieder von BWCon und welche Schwierigkeiten sehen Unternehmen bei der Kooperation mit anderen Unternehmen? (ab 3:45)
    • Wie können Unternehmen diese Herausforderungen meistern und was können traditionelle Unternehmen von Start-Ups lernen? (BWCon) (ab 5:10)
    • Hochschulen als Partner von Unternehmen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken (Cyberlago) (ab 6:33)
    • Offenheit gegenüber Neuem ist elementar, wenn Unternehmen in Zukunft bestehen wollen. (ab 7:33)

Transkript Folge 1: Cyberlago und bwcon

Nathalie Dreher: Wir von Dreher Consulting sind gerade bei der gemeinsamen Veranstaltung von Cyberlago und der bwcon zum Thema Potenziale branchenübergreifender Zusammenarbeit. Hier bei mir stehen Nicole Amann von Cyberlago und Lisa Rothfuß von bwcon. Schön, dass ihr da seid. Nicole, erzähl doch mal, was macht Cyberlago denn genau?

Nicole Amann: Ja, danke dir erstmal, dass wir dir etwas erzählen dürfen. Cyberlago ist ein länderübergreifendes Netzwerk aus Digital-Experten. Wir sind ein Bodensee-Netzwerk und sind länderübergreifend unterwegs, das heißt, da zählt die Schweiz dazu, da zählt Österreich und Liechtenstein genauso dazu wie Deutschland. und unsere Aufgabe ist es eigentlich die Experten rund um den Bodensee zu vernetzen, die Kompetenzen sichtbar zu machen und zu fördern und zusammenzubringen.

ND: Lisa, erzähl mal kurz, was macht die bwcon?

Lisa Rothfuß: Ja, auch von mir vielen Dank, dass wir heute hier sein dürfen und was zu unserem Netzwerk erzählen. Bwcon steht für Baden-Württemberg connected, deshalb bezieht sich unser Netzwerk auch auf gesamt Baden-Württemberg und auch so ein bisschen über die Grenzen hinaus, also Richtung Rhein-Neckar-Region sind wir auch mit Mitgliedern vertreten. Wir machen im Prinzip Ähnliches wie Cyberlago, legen aber mehr den Fokus auf Unternehmen, die sich mit Digitalisierung beschäftigen. Das sind zum einen Firmen, die high-tech Technologien, digitale Technologien, Lösungen aller Art anbieten und zum anderen sind das Unternehmen, die bisher mit diesen Themen nichts am Hut hatten und jetzt in die Digitalisierung einsteigen möchten und Experten oder Unternehmen suchen, die sie dabei unterstützen können.

ND: Also zwei spannende Vereinigungen die heute hier bei mir stehen. Nicole, erzähl doch mal, was sind deiner Meinung nach momentan die größten Herausforderungen eurer Mitglieder? Ihr seid ja auch sehr erfolgreich. Ich habe gehört, ihr jetzt das hundertste Mitglied an Bord geholt. Was sind deren größte Herausforderungen?

NA: Das ist natürlich unterschiedlich, aber was wir immer wieder hören ist der Fachkräftemangel, der viele Unternehmen umtreibt. In unserem Bereich natürlich die IT-Fachkräfte, die überall fehlen, sage ich jetzt mal. Deswegen ist unser Fokus auch, dass wir die Unternehmen viel enger mit den Hochschulen zusammenbringen und darauf gucken, dass da der Austausch schon viel früher stattfindet, dass die Unternehmen viel früher auch mit den Studenten zusammenkommen, sich austauschen können. Und die Studenten viel früher auch wissen was gibt es hier in der Bodensee-Region, wo kann ich denn hin im Idealfall auch hier bleiben und nicht abwandern nach Stuttgart oder sonst wohin und genau da versuchen wir einfach so die Schnittstelle zu sein zwischen den Hochschulen und den Unternehmen, um da die Probleme zu lösen.

ND: Was sind die Herausforderungen der bwcon-Mitglieder?

LR: Im Prinzip sind es ähnliche Herausforderungen. Auch wir hören von unseren Mitgliedern immer wieder „Wir haben keine Leute, die solche Projekte initiieren können.“ Aber was da eben auch noch mit spielt, meiner Meinung nach, ist, denen fehlt es an einer Art Start bzw. Kick-off, dass man einfach sagt: „Okay wir fangen jetzt mal an mit dem was wir haben.“ Und dann ergibt es sich vielleicht auch das ein Mitarbeiter da total Lust drauf hat und sich um das Projekt kümmert. manchmal kommt es mir vor, als ob es eine Art Ausrede ist, dass die Unternehmen sagen „Wir haben keine Zeit, wir haben keine Leute.“ Und gleichzeitig fällt es denen auch schwer sich Partnern gegenüber zu öffnen. Das heißt, wenn man dann sagt, okay wir können euch mit Partnern zusammen bringen und ihr könnt das wahrscheinlich gemeinsam besser lösen; da sind viele noch ein bisschen verschlossen und sagen „Nein, der nimm mir vielleicht etwas weg.“ Oder „Wer weiß, ob es dann zusammen funktioniert. Ich möchte das vielleicht doch lieber alleine machen.“

Das so aktuell die Herausforderungen, dass die Unternehmen noch nicht so bereit sind, sich darauf einzulassen, würde ich jetzt mal so beschreiben.

ND: Lisa, was denkst du denn wie können sich eure Mitglieder diesen Herausforderungen stellen?

LR: In erster Linie müssen sie sich klar werden, dass sich was verändert im Moment, auch seitens der Unternehmenskultur. Dieses „Wir haben das schon immer so gemacht und wir machen das so weiter“ wird wohl zukünftig einfach nicht mehr so sein. Man muss bereit sein da auch mal die Augen aufzumachen und was Neues auszuprobieren und einfach mal anzufangen und zu schauen, wie es funktioniert. Und da auch vielleicht ein bisschen Risiko eingehen oder mutig sein und natürlich kann es sein, dass es nicht funktioniert. Aber man sollte da vielleicht einfach mehr wie viele Start-Ups arbeiten und sagen „Okay, wir testen jdas etzt einfach mal und schauen was rauskommt.“ Wenn man die Unternehmenskultur ein bisschen mehr in die Richtung Offenheit und Offenheit gegenüber Neuem hinbekommt, in den bestehenden, traditionellen Unternehmen, dass dann viele Herausforderungen gelöst werden können.

ND: Nicole, du hast über den Fachkräftemangel als besondere Herausforderung der Cyberlago-Mitglieder gesprochen. Was denkst du denn, wie können sich die Mitglieder dieser Herausforderung stellen?

NA: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass sie mit den Hochschulen zusammenarbeiten beziehungsweise, dass auch die Hochschulen sich da mehr öffnen, dass da ein Austausch stattfindet. Und natürlich ist Netzwerke wie Cyberlago immer eine gute Anlaufstelle, um diesen Austausch anzustoßen und zu gucken, was gibt es, welche Hochschulen sind aktiv in der Region und da einfach auch als Unternehmen zu gucken, wie kann ich attraktiv sein für die Studierenden und für die Fachkräfte von morgen. Sich auch ein bisschen Gedanken darüber zu machen, was brauchen die Fachkräfte, was sind deren Wünsche und da fehlt eben auch wieder der Austausch zu den Studierenden. Deshalb ist es so wichtig, dass es da eine Schnittstelle gibt, die das Ganze irgendwie dann er verbindet.

ND: Lisa, wie siehst du die Entwicklung im Bereich eurer Mitglieder? Wie sieht da die Zukunft aus?

LR: Nun, ich hoffe natürlich, dass in einigen Unternehmen doch noch ein Umdenken stattfindet und dass sie sich dem Wandel stellen und dem insgesamt offener gegenübertreten. Aber ich glaube auch, dass einige es einfach nicht machen werden und dann wird es so sein, wie es eben bei jeder Veränderung oder Revolution war, dass dann eben auch welche, die sich nicht anpassen oder verweigern mehr oder weniger aussterben werden. Oder einfach von anderen verdrängt werden weil sie dann entweder keine attraktiven Arbeitgeber mehr sind oder einfach vom Wettbewerb verdrängt werden. Ich hoffe natürlich, dass möglichst viele Unternehmen aus Baden-Württemberg als Chance verstehen und dann sagen, „Okay wir versuchen jetzt was draus zu machen. Wir versuchen es zumindest und wenn es nicht klappt haben wir es zumindest versucht.“ Aber einfach sich einfach zu verschließen und nicht zu reagieren, finde ich, ist der falsche Weg. Aber eine ganz eindeutige Prognose kann ich natürlich nicht abgeben.

ND: Also man sieht, spannendes Thema, die Zukunft ist offen. Ich danke euch zwei, dass ihr da wart und noch einen schöner Abend.