Wie hilft Risikomanagement den ERP-Projekterfolg sicherzustellen?

Digitale Strategie ERP Beratung ERP Auswahl By: Dr. Lena Dreher - Sep 21, 2022

Frau Dr. Lena Dreher ist Ansprechpartnerin und Seminarleiterin für Entscheidungslehre und Risikomanagement

Entscheidungen in der Unternehmensführung bei einer ERP-Auswahl und bei einer späteren ERP-Einführung können weitreichende Konsequenzen haben.
Eine Beschreibung aus der Verhaltensökonomie zeigt, warum es (auch den Entscheidern) manchmal schwerfällt, Risiken zu minimieren und was dagegen unternommen werden kann.

Risiko im ERP-Projekt minimieren

Entscheidungen in der Unternehmensführung bei einer ERP-Auswahl und bei einer späteren ERP-Einführung können weitreichende Konsequenzen haben.
Eine Beschreibung aus der Verhaltensökonomie zeigt, warum es (auch den Entscheidern) manchmal schwerfällt, Risiken zu minimieren und was dagegen unternommen werden kann.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihre ERP-Planung verbessern, Prozesse optimieren, die Lieferkette stabilisieren und überlegen, ob Sie dafür eine neue Software benötigen oder Software auswählen und einführen sollten.

Das ist eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen: Einerseits könnte eine neue Software die Anforderungen in Ihrem Unternehmen besser erfüllen und Ihre Effizienz erhöhen. Andererseits stellt die Einführung einer so wichtigen Software ein potenziell hohes Risiko für das Unternehmen dar. Wählen Sie die falsche Software aus oder läuft bei der Einführung etwas nicht nach Plan, kann Ihr Betrieb im schlimmsten Fall für unbestimmte Zeit stillstehen.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie Sie Risikomanagement für sich nutzen können
  2. Aus einer Entscheidung unter Unsicherheit eine Entscheidung unter Risiko machen

 

 

Wie Sie Risikomanagement für sich nutzen können

Dieses Risiko möchten Sie natürlich minimieren, um Ihr Unternehmen zu schützen und ein mögliches Projekt "ERP-Software" zum Erfolg zu führen. Allerdings können Sie nur solche Risiken minimieren, die Sie auch kennen. In diesem Moment stehen Sie also verhaltensökonomisch vor einer Entscheidung unter Unsicherheit: Die Risiken oder Eintrittswahrscheinlichkeiten der Konsequenzen Ihrer Entscheidungen sind unbekannt. Vielleicht kennen Sie nicht einmal alle Handlungsalternativen.

Betrachten wir zur Veranschaulichung ein Beispiel aus dem Alltag: Sie möchten zu Fuß zur Arbeit gehen, oder einen Spaziergang machen und überlegen sich beim Hinausgehen, ob Sie besser einen Schirm mitnehmen sollten oder ob es heute trocken bleibt. Sie sind ein bisschen spät dran und haben keine Zeit mehr, nach dem Wetterbericht zu schauen, Sie wissen daher nicht, mit welcher Wahrscheinlichkeit heute mit Regen zu rechnen ist. Sie schauen in den Himmel und entscheiden nach Bauchgefühl. Das ist eine Entscheidung unter Unsicherheit, da Sie keine Zahlen zum Regenrisiko zur Verfügung haben, die Ihnen bei der Evaluierung helfen.

 

Abbildung: Der Risikomanagement-Prozess

 

risikomanagemement-prozess

 

Aus einer Entscheidung unter Unsicherheit eine Entscheidung unter Risiko machen

Was bedeutet dies?

In dieser Situation können Sie keine Risiken minimieren, weil Sie ihre Höhe nicht kennen. Meist unterstützt betriebliches Controlling die Entscheider mit den gelieferten Dashboards oder Zahlen auch nicht, da der Blick der Controller ein anderer ist. Damit sind auch deren Darstellungen meist nicht auf Unsicherheit ausgelegt.

Bei einem Spaziergang durch den Park mag das nicht so schlimm sein, Sie können es sich hinterher im trockenen Wohnzimmer gemütlich machen. Bei einem ERP-Projekt sind die Konsequenzen von Fehlentscheidungen gravierender, es steht mehr auf dem Spiel. Dies gilt für die pagatorischen Größen, als auch für Prozessdefinitionen, die eine gewünschte Prozessoptimierung nicht realisieren als auch für Kundenprozessgestaltung die nicht umgesetzt werden kann.

Was Sie also zunächst benötigen, ist eine belastbare und professionelle Evaluation der möglichen Szenarien und Risiken, die mit der Auswahl und Einführung einer neuen ERP-Software oder neuen IT verbunden sind. Dann stehen Sie vor einer Entscheidung unter Risiko, also einer Entscheidung, bei der die möglichen Handlungsalternativen und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten bekannt sind. Erst in dieser Situation können Sie Risiken minimieren, indem Sie die Handlung wählen, die Ihr Unternehmen dem geringsten Risiko aussetzt.

In unserem Beispiel mit dem Regenschirm wäre das eine Situation, in der Sie beispielsweise schon zuvor den Wetterbericht gelesen und erfahren haben, dass es in den nächsten Stunden mit einer Wahrscheinlichkeit von achtzig Prozent regnen wird. Jetzt können Sie auf Basis objektiver Zahlen entscheiden, ob Ihnen dieses Risiko hoch genug ist, um einen Schirm mitzunehmen. Anders als bei der Entscheidung unter Unsicherheit brauchen Sie sich nicht ausschließlich auf Ihr Bauchgefühl zu verlassen.

Sowohl beim Spaziergang als auch beim ERP-Projekt benötigen Sie für eine Einschätzung der Risiken also vor allem eines: mehr Informationen zu den verschiedenen Handlungsptionen sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeiten. Über diese Informationen verfügen Sie entweder bereits, wenn Sie extensive Erfahrungen im Bereich ERP-Software-Kauf und -Einführung besitzen. Oder Sie müssen sich diese Informationen durch Recherchen erst beschaffen, was meist einen hohen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet. Es ist zudem nicht einfach einzuschätzen, welche Informationen, vor allem aus dem Internet, verlässlich sind und welche nicht. 

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen nicht regelmäßig so elementare Software neu einführen, könnte es Ihnen daher schwerfallen, Risiken verschiedener Möglichkeiten verlässlich einzuschätzen. An dieser Stelle im Entscheidungsprozess kann es hilfreich, sich an Spezialisten zu wenden, die genau diese Risikoevaluation routiniert und belastbar vornehmen können.


Abbildung: Umfrage zu den größten Geschäftsrisiken in der Schweiz 2022

 

statistik größte geschäftsrisiken

 

 

 

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