30-minütiges unabhängiges Strategiegespräch
Das vollständige erste Gespräch mit Dr. Harald Dreher. Ziel: die Entscheidungslage klären — nicht ein System empfehlen.
Gespräch buchenAusgewählte Kunden aus über 30 Jahren
Was in der diskreten Fertigung anders ist
In der Prozessfertigung entsteht das Produkt aus einer Rezeptur, im Großhandel wird es zugekauft. In der diskreten Fertigung wird es montiert: aus Baugruppen, Einzelteilen und Arbeitsgängen, die in Stückliste und Arbeitsplan beschrieben sind. Jede Konstruktionsänderung verändert beides – und wenn die Stückliste aus dem CAD abgetippt wird, fertigt die Produktion nach einem Stand, den die Konstruktion schon verworfen hat.
Bei Zulieferern kommt der Takt des Kunden dazu. Lieferabrufe und Feinabrufe der Abnehmer ändern sich laufend, kommen per EDI und müssen in die Planung, bevor die nächste Schicht beginnt. Gleichzeitig fragt jede Variante dieselbe Frage neu: eigener Artikel, oder eine Ausprägung derselben Konfiguration?
Eine belastbare Auswahl beginnt deshalb nicht mit dem Anbietervergleich, sondern mit der Frage, wie Ihre Fertigungsart, Ihre Variantenvielfalt und Ihre Kundenabrufe tatsächlich aussehen. Wie wir das in einer herstellerneutralen ERP-Beratung aufbauen, und warum die Prozessaufnahme vor der Systemfrage steht, folgt aus dieser Reihenfolge.
Stücklisten- und Abruflogik mit uns durchgehen →Ohne Variantenlogik legt der Vertrieb für jede neue Kombination aus Maß, Farbe und Option einen eigenen Artikel mit eigener Stückliste an. Nach wenigen Jahren stehen Tausende Artikel im System, die sich nur in einem Merkmal unterscheiden – und jede Konstruktionsänderung muss in allen Kopien nachgezogen werden. Was der Standard leisten muss: Variantenkonfiguration mit Regeln, aus der Stückliste und Arbeitsplan je Auftrag entstehen.
Konstruktion und ERP führen getrennte Stände. Eine Änderung im CAD erreicht die Fertigung erst, wenn jemand sie überträgt – oder gar nicht. Gefertigt wird dann nach einem Stand, den es nicht mehr gibt. Was der Standard leisten muss: eine Schnittstelle zu CAD und PDM mit Änderungsindex, Freigabe und Gültigkeit je Stücklistenposition.
Lieferabrufe der Kunden kommen per EDI oder Portal, werden aber in eine Tabelle übertragen und von Hand mit dem Bestand abgeglichen. Jede Änderung des Abrufs kommt so zu spät in der Disposition an, und Sonderfahrten werden zur Regel. Was der Standard leisten muss: Abrufe und Lieferavis im EDI-Format des Kunden – VDA oder EDIFACT – direkt einlesen, Änderungen gegen den Vorabruf sichtbar machen und in die Bedarfsplanung übernehmen.
Das ERP rechnet Bedarfe und Termine, aber gegen unbegrenzte Kapazität. Die eigentliche Reihenfolge an der Maschine entsteht im Excel des Meisters, und Rückmeldungen kommen am Ende der Schicht auf Papier. Liefertermine sind dann Schätzungen. Was der Standard leisten muss: Kapazitätsplanung gegen Maschinen und Personal, Rückmeldung in Echtzeit – im ERP oder über ein angebundenes MES.
Jede Klasse löst die vier Anforderungen an einer anderen Stelle. Die Tabelle beschreibt, wo — und was Sie dafür in Kauf nehmen.
| Systemklasse | Wo die Branchenlogik liegt | Wofür es spricht | Der Preis dafür |
|---|---|---|---|
| Branchen-ERP für Fertigung und Zulieferer | Im Kern des Systems. Variantenkonfiguration, Abrufverarbeitung, Kapazitätsplanung und Betriebsdatenerfassung sind Stammdaten und Funktionen, keine Zusatzfelder. | Kürzester Weg von der Konstruktion zur Rückmeldung. VDA- und EDIFACT-Abrufe, Behältermanagement und Fertigungsaufträge sind im Standard angelegt. | Kleinerer Anbieter, kleinerer Markt für Partner und Personal. Konzernfinanzwesen und internationale Rollouts oft schwächer. Wechselkosten hoch, weil Varianten- und Planungslogik nicht portierbar sind. |
| Standard-ERP mit Branchenaufsatz | Im Aufsatz eines Partners auf einem breiten Basissystem. | Breites Ökosystem, starkes Finanzwesen, Personal am Markt. Fertigungstiefe dort, wo der Aufsatz sie mitbringt. | Zwei Releasezyklen, die auseinanderlaufen können. Abhängigkeit vom Aufsatz-Partner. Die Tiefe von Variantenlogik und Abrufverarbeitung schwankt stark und muss an den eigenen Fällen geprüft werden. |
| Generalisten-ERP ohne Branchenbezug | In der Eigenentwicklung oder in angebundenen Spezialsystemen wie MES und Feinplanung. | Größte Freiheit in der Ausgestaltung. Passung zu Konzernstandards. Niedrigste Einstiegshürde bei einfacher Serienfertigung ohne Varianten. | Varianten, Abrufe und Kapazitätsplanung werden selbst gebaut oder über Schnittstellen angebunden – und selbst gewartet. Jedes Release des Basissystems prüft diese Eigenentwicklung erneut. |
Was die Tabelle nicht entscheiden kann: welche Fertigungsart Sie betreiben – Serie, Auftrag, Variante oder Engineer-to-Order –, wie viele Varianten Sie tatsächlich führen, welcher Anteil Ihres Umsatzes über EDI-Abrufe läuft und wie viele Maschinen Daten zurückmelden sollen. Diese vier Antworten entscheiden die Auswahl – und keine davon steht in einem Datenblatt. Für die Einordnung im Projekt greifen wir auf unsere Datenbank mit rund 500 Softwareanbietern zurück – herstellerneutral, ohne Provision.
Die W. Ruhsi GmbH, gegründet 1949, fertigt mit rund 50 Mitarbeitenden Zulieferteile für die Büromöbelindustrie – vor allem Tischplatten – sowie Gastronomieausstattung. Die Fertigung ist hoch automatisiert und auf schnelle Umrüstungen ausgelegt.
Ein umfassendes ERP-System war gekauft, das Projekt kam aber nie zum Echtstart. Es fehlten ein Lastenheft und eine Projektplanung, die Verantwortlichkeiten und Prozesse beschreibt.
Dreher hat den Projektstand geprüft und Empfehlungen erarbeitet, in Workshops die Prozesse neu gestaltet und die Anforderungen an die Software festgelegt, daraus ein Lastenheft erstellt und mögliche Implementierungspartner am Markt bewertet.
Keine Lizenzen verkauft, keine Herstellerprovision. Unser Honorar ist dasselbe, welches System am Ende gewählt wird.
Zehn Fragen, die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus Zulieferindustrie und Fertigung uns vor einer ERP-Entscheidung stellen – zu Varianten, Stücklisten, EDI-Abrufen, MES, Dauer und Kosten.
Ihr Gesprächspartner
Dr. Harald Dreher
Inhaber · Dreher Consulting
Seit 1992 begleitet Harald Dreher Zulieferer und Fertigungsunternehmen im Mittelstand bei ERP-Entscheidungen – herstellerneutral, ohne Lizenzverkauf. In einem 30-minütigen Gespräch ordnet er ein, welche Systemklasse zu Ihrer Fertigungsart, Ihren Varianten und Ihren Kundenabrufen passt, und wo eine Auswahl gar nicht nötig ist.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Das ERP-System, das Stücklisten und Arbeitspläne mit Änderungsstand, eine Variantenlogik, Kundenabrufe per EDI und Rückmeldungen aus der Fertigung im Standard trägt – nicht als Anpassung. Drei Systemklassen erfüllen das auf unterschiedliche Weise. Ein Branchen-ERP für die Fertigung bringt Variantenkonfiguration, Abrufverarbeitung und Kapazitätsplanung mit; der Preis ist ein kleinerer Anbieter- und Partnermarkt. Ein Standard-ERP mit Branchenaufsatz verbindet ein breites Basissystem mit der Fertigungslogik eines Partners; der Preis sind zwei Releasezyklen und die Abhängigkeit von genau diesem Partner. Ein Generalisten-ERP gibt die größte Freiheit, verlangt aber, dass Varianten, Abrufe und Feinplanung selbst gebaut oder über Spezialsysteme angebunden werden. Welche Klasse passt, entscheiden vier Antworten aus Ihrem Betrieb: Fertigungsart, Variantenzahl, EDI-Anteil und Maschinenanbindung.
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