Was ist Digitalisierung?

Was bedeutet die Digitalisierung der Geschäftsprozesse?

Der rasante Wandel der Geschäftsprozesse und der Geschäftsmodelle fordert traditionelle Unternehmen heraus. Die Informationstechnik ist dabei einer der Haupttreiber dieser Veränderungen.

Summary
  • Digitale Geschäftsprozesse sind das Herz der Digitalisierung
  • Die neue Währung sind Daten, seien es Daten die in der Produktion durch Maschinen erzeugt (ERP), seien es Daten die in der Logistik (Supply Chain) oder im Marketing und Vertrieb erzeugt werden (CRM)
  • Auswertungen dieser Daten im Rahmen der genutzen Geschäftsprozesse sind elementare Bestandteile einer Digitalisierung um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen

Neue Techniken wie Cloud Computing, Big Data Auswertungen, Social Media Kommunikation und Mobilitätslösungen auch in der Unternehmensführung führen zu strategischen Mehrwerten innerhalb der Organisationen bei geringeren Kosten als bisher und bilden damit die Grundlage für weiteres oder neues, ertragreiches Unternehmenswachstum.

Der Begriff Digitalisierung bezeichnet in den letzten Jahren nicht die Übertragung analoger Informationen auf digitale Medien, sondern die Übertragung von Arbeitsweisen (zum Teil auch private Lebensweisen) auf eine digitale Ebene. Dies führt automatisch weg von einer autonomen lokalen offline-Welt in eine „always on“ online-Welt, in der ständig alles vernetzt ist und miteinander Daten austauscht.
Im privaten Umfeld sind es exemplarisch aufgezeigt zum Beispiel die Informationen die von sogenannten Wearables (kleinen tragbaren Erfassungsgeräten) an Datenspeicher weitergegeben werden. Schrittzähler, Herzfrequens und allgemein alle Sportdaten inclusive GPS Tracking Daten werden gesammelt und meist in die Cloud übertragen und gespeichert. Dort stehen sie dem Nutzer zur Auswertung und auch zur Veröffentlichung zur Verfügung.

Die Weiterentwicklung des alten Web 2.0 (geprägt durch Tim O´Reilly im Jahr 2004) ist die Grundlage des Internets für die heute Nutzung im Rahmen von Geschäftsprozessen.
Folgende Ideen stecken hinter der Digitalisierungsidee:

Nutzung des Web als Plattform: der Ersatz der lokalen Rechner durch online Anwendungen kann dazu führen, dass es nicht mehr notwendig wird, auf lokalen Maschinen Software zu installieren und zu warten, sondern sie über das Internet zu beziehen. Anwendungen dort zu aktivieren und Daten dort auch zu bearbeiten und zu speichern (Cloud Computing)

Die Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzergemeinschaft. Nicht länger soll der Nutzer nur Konsument sein, sondern er soll auch als Produzent tätig werden und sein Wissen mit anderen teilen. Dies kann innerhalb des Unternehmens sein oder auch im Rahmen von special interest groups ausserhalb des eigenen Unternehmens. (Beispiele dafür sind soziale Netzwerke die im beruflichen Einsatz genutzt werden wie Xing oder Linkedin, oder auch der Einfluss sogenannter Influencer im Rahmen von Contentproduktionen auf Plattformen wie YouTube)

Der Wert der Daten wird künftig steigen. Die Herrschaft über Datenbestände und deren Interpretation bzw. Auswertung wird künftig zum wichtigsten Produktionsfaktor. Diese Daten sind im industriellen Einsatz zum Beispiel Informationen über Warenbestände, Supply Chain Strukturen, Kanban Kennzahlen und viele andere Produktions-und Logistikinformationen die bisher klassisch in ERP Software und ERP Lösungen und ERP Datenbanken geschlossen gespeichert wurden. Diese Daten werden künftig vielen anderen Nutzern zur Verfügung stehen. Damit kann innerhalb einer kompletten Wertschöpfungskette eine weitere Optimierung der Fertigung, des Warenflusses und der Logistik vorgenommen werden. Dazu wird es nicht mehr notwendig sein, dass sich alle Nutzer innerhalb eines ERP Systems bewegen, sondern durch Datenaustausch wird es allen Beteiligten möglich sein „kollaborativ“ zu arbeiten.

Die Erstellung von Software nicht nur für eine Plattform, sondern über die Grenzen vieler Geräte hinaus wird Standard werden. Schon heute ist es möglich, die gleichen Daten und Auswertungen die ein Rechner in der Produktion anzeigt, mobil an jedem Ort der Welt auf tragbare Smartphones oder Tablets zu übertragen. Damit wird der Bezug zum Ort aufgelöst.

Die Bedeutung und die Auswirkung der Digitalisierung auf Unternehmen

Was sind die aktuellen Fragestellungen:

  1. Wie verändern sich durch die Digitalisierung die Vertriebsstrukturen?
  2. Wie verändern sich durch den Einsatz von Smartphones als Informations- und Kommunikationszentrale die Zugänge zum Kunden und zu den eigenen Mitarbeitern?
  3. Wie kann durch gemeinsame Nutzung von Daten in der Cloud die gemeinschaftliche Nutzung von Daten designet und sichergestellt werden?

Diese drei Kernthemen sind es, die im Augenblick die Unternehmensorganisationen und die Geschäftsprozesse stark verändern.

Die Digitalisierung als Innovationstrieber Nummer Eins

In verschiedenen Studien, unter anderem auch von BITKOM wird dargestellt, dass bei Unternehmen, bei denen das Internet eine tragende Rolle in den Geschäftsprozessen spielt, 60% die Entwicklung innovativer, neuer Produkte im Vordergrund steht. Bei Unternehemen, bei denen das Web nicht diese tragende Rolle spielt, sind es nur 40%. Dies bedeutet, dass die Innovationsfähigkeit mit dem Einsatz von Internettechnoligieen steigt. Auch bei der Internationalisierung haben Unternehmen mit hoher Digitalisierung die Nase vorne. (BITKOM 2011)

Es ist deutlich und absehbar, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird. Sie wird auch Bereiche betreffen, die im Augenblick noch nicht im Fokus stehen. Erwähnt seien hier die Initiativen, die Verkehrsteilnehmer (Connected Cars) miteinander kommunizieren zu lassen, oder im Rahmen der Gesundheisdienste die Onlineberatung stärker auszuprägen, oder im Bereich der Energieerzeugung und Energieverteilung intelligente Netze zu nutzen. Dies alles wir zu neuen digitalen Geschäftsprozessen führen, die auch in bestehenden ERP Systemen oder in neu zu installieren ERP Softwarelösungen ihren Niederschlag finden werden müssen.

Die Auswirkungen der Digitalisierung der Geschäftsprozesse auf den Produktionslebenszyklus

Die weitere Verbreitung des Erfolgsmodells der flexiblen Wertschöpfungsketten und Wertschöpfungsnetzwerken wird dazu führen, dass es neue, bisher nicht realisierten Optimierungspotentiale im Rahmen der Zusammenarbeit der Spezialisten aus Marketing, Vertrieb und der Entwickler geben wird.

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