In ERP­-Beratung

Delegationsreise IRAN

Fazit einer Wirtschaftsdelegationsreise vom 4.9. bis zum 10.9.2015

Unter der Leitung des Ministers für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg konnte ich an einer Wirtschaftsdelegationsreise in die islamische Republik IRAN teilnehmen.

Ein Land mit knapp 80 Millionen Einwohnern auf einer Fläche, die 5 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland ist, über Jahre abgeschottet, was erwartet den Reiseteilnehmer?

Fragen, die ich auf dieser Reise klären wollte:

Ist es möglich, unter den derzeitigen Sanktionen eine Geschäftsbeziehung mit Kunden oder Lieferanten im Iran einzugehen?
Im Prinzip ja, aber im Rahmen strenger Ausfuhrregeln ist es eher schwierig, Handelsbeziehungen aufrecht zu erhalten. Es gibt deutsche Firmen die immer dort gearbeitet haben oder Handel betrieben und es noch immer tun. Stellvertretend für den Mittelstand sei das Tunnelbohrunternehmen Herrenknecht oder das Trockenbauunternehmen Knauf genannt. Diese haben erfolgreich gewirtschaftet. Der lokale Geschäftsführer des Unternehmens Knauf hat berichtet, dass sein Unternehmen weiter investieren werde und die Produktionskapazität verdoppeln wolle. Er hat auch berichtet, dass es für sein Unternehmen möglich war, Transferzahlungen aus IRAN heraus zu leisten. Insgesamt war die Berichterstattung über seine Erfahrungen mit Iranischen Partnern im Rahmen eines Besuches der Handelskammer in Teheran sehr positiv.

Isfahan Platz des Imam - Dr. Schmidt - Dr. Dreher

Isfahan Platz des Imam – Dr. Schmidt – Dr. Dreher

Was geschieht nach dem erwarteten Fall der Sanktionen?
Um einen kleinen Eindruck zu geben, wie das ökonomische Potential gesehen wird, möchte ich kurz darstellen was wir erlebt haben. Es gab natürlich auch Kritik an einer so schnell stattfindenden Delegationsreise ob der Termin nicht zur früh sei und es nicht zu schnell wäre in den IRAN zu fahren. Vor uns war schon eine Wirtschaftsdelegation aus Tschechien zu Kooperationsgesprächen im Land. Während unserem Besuch in Teheran kam im Hotel eine Delegation aus Spanien mit 3 Ministern an. Und während unseres Besuches in Isfahan traf in unserem Hotel der Österreichische Präsident, zusammen mit einer 170 köpfigen Delegation ein. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Wirtschaftsdelegationen direkt ablösen in Ihren Gesprächen mit Iranischen Unternehmen.

Wie wird die derzeitige Situation aus Sicht von potentiellen iranischen Kunden erlebt?
Beim Besuch einer U-Bahn Baustelle in Isfahan – einer Stadt mit 2 Millionen Einwohnern – wurde vom Geschäftsführer der U-Bahn klar geäußert, daß die Sanktionen zu Problemen führen. Lieferungen von Ausrüstungsgegenständen oder Teile für den Waggonbau und die Signaltechnik wurden von deutschen Firmen aufgrund der Sanktionen nicht geliefert. Nach eigenen Aussagen wurden dann eigene Lösungen entwickelt und eingesetzt. Die Linie 1 soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen, für die Linie 2 wären aber deutsche Lieferanten höchst willkommen.

Welche Ergebnisse brachten Kooperationsbörsen und durchgeführte Gespräche mit Unternehmern?

Vor dieser Reise wurden Informationen über die teilnehmenden Unternehmen und Ansprechpartner der Wirtschaftsdelegation an die Außenhandelskammer im Iran übermittelt. Dort erfolgte auch das Ansprechen potentieller Interessenten und Lieferanten. Es fanden zwei Kooperationsbörsen, eine in Teheran und eine in Isfahan, statt. Die Vertreter der Iranischen Unternehmen waren in der Regel gut vorbereitet und an geschäftlichen Kontakten interessiert.
An beiden Börsen wurden die Dienstleistungen von Dreher Consulting zum Thema ERP Beratung, Prozessoptimierung sowie Projektmanagement zur Einführung von ERP Software nachgefragt. Es ist deutlich zu erkennen, dass in den Führungsetagen das Wissen um die modernen Standards, das systematische Vorgehen bei der Auswahl von IT Lösungen und die davor notwendigen Prozessoptimierungen nicht sehr ausgeprägt ist. Es ist deutlich zu spüren, dass dieses Wissen eingekauft werden wird.

Kooperationgespräche mit Iranischen Unternehmern

Kooperationgespräche mit Iranischen Unternehmern

Wie gestaltet sich die Finanzierung von Investitionen derzeit?

Im Augenblick ist es noch schwierig, Finanzierungen wie es die meisten Unternehmen auf anderen Märkten gewohnt sind, zu realisieren. Aber mit dem Fall der Sanktionen werden nach Aussage der Verantwortlichen der Zentralbank der islamischen Republik IRAN die Bankverbindungen schnellstens wieder aktiviert und die Möglichkeit des Geldtransfers geschaffen. Auf deutscher Seite ist damit zu rechnen, dass die Instrumente der Hermes Bürgschaften und der KfW Kredite wieder eingesetzt werden. Damit könnte ein weiterer Impuls und Sicherheit für den Handel mit Iran gesetzt werden.

Ist Industrie 4.0 ein Thema?

Der Begriff des Internet der Dinge oder internet of things ist natürlich bekannt. Nach dem kurzen und nicht repräsentativen Einblick scheint es aber noch kein wirkliches Thema zu sein. Aber nach Besichtigungen in verschiedenen Produktionsstätten wie zum Beispiel einer Glasfertigung oder der Herstellung von Apparaten zur Verteilung und Messung von Gas bietet sich sicherlich Potential bei der Nutzung moderner IT Werkzeuge, ERP Software und Produktionsoptimierung. Für die Beratung ein interessanter Markt, da die Produzenten aus IRAN alle auf den Weltmarkt wollen und damit auch konkurrenzfähig sein müssen.

Ist Prozessoptimierung ein Thema für Produktionsunternehmen?

Eindeutig ja. Es ist nur zu berücksichtigen, das die Arbeitslosenquote sehr hoch ist. Je nach Altersgruppe kann sie bis zu 40% betragen. Etwa 80% der Unternehmen sind in staatlichem Besitz. Es ist nach meiner Einschätzung daher davon auszugehen, dass zuerst die privaten Unternehmen das Thema Prozess-und damit Kostenoptimierung als Priorität sehen.

ERP Software ein Thema für Unternehmen im Iran?

Eindeutig ja. Wobei auch sehr viel Potential in der Ausrüstung mit moderner Hardware auf der dann moderen Enterprise Ressource Planning Software laufen wird, zu sehen ist.

ERP Consulting oder Beratung – wird dies gesucht und benötigt?

Eindeutig ja. Wir haben aktive Anfragen mitgenommen, die wir jetzt weiter verfolgen und ausbauen.

Fazit der Wirtschaftsdelegationsreise: Der Aufwand hat sich gelohnt.
Jetzt geht es an die Arbeit getreu dem Dreher Consulting Motto: „the sky is the limit“.

One more thing:

Im Rahmen der Berichterstattung erschien im Südkurier ein Interview zum Thema: Situation im Iran. Rahmenbedingungen und Aussichten.

Sie können dieses Interview direkt auf:   Sagen Sie einmal Herr Dreher, wie war es eigentlich im Iran?   lesen.

[hr]

Dreher Consulting bietet Beratung und Dienstleistung zu:

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