Zusammenfassung: Traditionelle ERP-Implementierungsmethoden in ...
Traditionelle ERP-Implementierungsmethoden in Pharmaunternehmen priorisieren in der Regel Finanz-first-Implementierungen. Der Grund dafür ist verständlich: Das Finanzwesen gilt als Rückgrat der Kontrolle, Compliance und Berichterstattung. Diese Reihenfolge steht jedoch zunehmend im Widerspruch zu den Realitäten, mit denen internationale Pharmaunternehmen unter starkem Marktdruck konfrontiert sind.
Insbesondere Unternehmen, die neue Arzneimittel auf internationalen Märkten einführen, können sich keine Verzögerungen bei der Vorbereitung der Lieferkette leisten, selbst wenn die Transformation des Finanzwesens noch nicht abgeschlossen ist.
Dieser Artikel untersucht, wie in der EU ansässige Pharmaunternehmen erfolgreich und konform zuerst die Lieferkettenfunktionalität implementieren können, gefolgt vom Finanzbereich sechs Monate später – innerhalb eines einzigen, hoch validierten ERP-Programms – und dabei vollständig mit den neuesten regulatorischen Erwartungen der EU im Einklang bleiben.
Historisch gesehen folgten ERP-Programme in der Pharmaindustrie einem vorhersehbaren Muster:
Diese Reihenfolge wurde bestimmt durch:
Dieser Ansatz ist in stabilen Umgebungen zwar logisch, setzt jedoch Folgendes voraus:
Diese Annahmen treffen nicht mehr zu.
Moderne Pharmaunternehmen sehen sich folgenden Herausforderungen gegenüber:
In diesem Zusammenhang wird oft die Leistungsfähigkeit der Lieferkette – und nicht die Transformation des Finanzwesens – zum kritischen Faktor.
Bei der Einführung von zwei neuen Produkten auf internationalen Märkten muss das Unternehmen Folgendes sicherstellen:
Ohne eine robuste ERP-gestützte Lieferkette steigt das Risiko einer Produkteinführung exponentiell.
Eine Supply-Chain-First-ERP-Phase umfasst in der Regel:
Der Finanzbereich wird nicht ausgeschlossen – er wird bewusst und strategisch aufgeschoben.
Eine weit verbreitete Meinung lautet:
Ein ERP-System kann ohne die vollständige Implementierung des Finanzbereichs nicht validiert oder konform sein.
Das ist falsch.
Die EU-Vorschriften schreiben keine Modulsequenzierung vor. Sie verlangen:
Ein phasenweises ERP ist akzeptabel, wenn es ordnungsgemäß konzipiert, validiert und verwaltet wird.
Wichtige regulatorische Referenzen sind unter anderem:
Keine dieser Vorschriften verlangt, dass das Finanzwesen der Lieferkette vorausgehen muss.
Sie verlangen:
Phase 1 konzentriert sich auf die operative Bereitschaft:
Kernziele:
Typischerweise enthaltene Module:
Phase 2, die sechs Monate später umgesetzt wird, umfasst:
Zu diesem Zeitpunkt
wird die Finanzimplementierung einfacher und genauer.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Behandlung der Validierung als
ein validiertes System mit schrittweiser beabsichtigter Nutzung – nicht als zwei separate Systeme.
Dies erfordert
Installationsqualifizierung (IQ):
Betriebsqualifizierung (OQ):
Leistungsqualifizierung (PQ):
Dieser Ansatz steht in vollem Einklang mit den GAMP 5-Prinzipien.
Während der sechsmonatigen Lücke:
Dies ist akzeptabel, wenn:
Auditoren konzentrieren sich in der Regel auf:
Sie verlangen nicht, dass Finanzmodule live sind – nur, dass die Finanzdaten kontrolliert und nachvollziehbar sind.
Supply-Chain-First-Implementierungen müssen Folgendes gewährleisten:
ERP-Systeme sind besonders stark in der Durchsetzung dieser Prinzipien – oft stärker als ältere Systeme.
Zu den wichtigsten Governance-Elementen gehören:
Phasenweise Programme scheitern nicht aufgrund der Abfolge, sondern aufgrund einer schwachen Governance.
Der Übergang von Phase 1 zu Phase 2 erfordert:
Dies ist gängige GMP-Praxis – keine Ausnahme.
Ironischerweise führt eine Verzögerung der Finanzabteilung oft zu:
Risikominderung
Wahrgenommenes Compliance-Risiko Frühzeitige Einbindung der Qualitätssicherung
Lücken in den Finanzdaten Kontrollierte Zwischenprozesse
Scope Creep Strenge Phasengrenzen
Überlastung durch Validierung Risikobasierte Tests
Widerstand innerhalb der Organisation Starke Kommunikation
Die EU-Regulierungsbehörden erkennen zunehmend:
Ein ERP-System, das die Lieferkette in den Vordergrund stellt, ist keine Abkürzung, sondern eine strategische Entscheidung.
Die Implementierung von Lieferkettenfunktionalitäten vor den Finanzfunktionen widerspricht der traditionellen ERP-Praxis in Pharmaunternehmen. Unter dem Druck internationaler Produkteinführungen ist dies jedoch oft die verantwortungsvollste, konformste und wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung.
Bei Umsetzung mit:
…können Pharmaunternehmen Geschäftsvorgänge ohne Kompromisse bei der Compliance durchführen.
1. Das traditionelle ERP-Modell in der Pharmaindustrie
2. Strategische Argumente für „Supply Chain First”
3. Mit dem Mythos aufräumen: „Ohne den Finanzbereich kann man nicht live gehen”
4. Entwurf eines zweiphasigen ERP-Programms
5. Validierungsstrategie für eine schrittweise ERP-Inbetriebnahme
6. Verwaltung der finanziellen Compliance während Phase 1
8. Governance und Änderungskontrolle
9. Geschäftliche Vorteile von Supply Chain First
10. Häufige Risiken und wie man sie mindert
11. Warum dieser Ansatz in der EU zunehmend an Bedeutung gewinnt
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