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ERP-Auswahl für E-Fuels-Startup: Wie INERATEC mit strukturierter Prozessberatung skalierungsfähig wurde

Ausgangssituation


INERATEC, 2016 als Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie gegründet, ist auf modulare Power-to-Liquid-Anlagen spezialisiert. Das Unternehmen produziert synthetische Kraftstoffe aus CO₂ und Wasserstoff in containerisierten Anlagen – mit internationalen Projekten in den Niederlanden, Chile und der größten europäischen E-Kraftstoff-Anlage im Industriepark Höchst.

Mit einer 2024 erfolgreich abgeschlossenen Finanzierungsrunde in Höhe von 118 Millionen Euro und über 30 Kunden weltweit stand das Unternehmen vor einer entscheidenden Herausforderung: Die bestehenden IT-Strukturen aus der Startphase konnten das exponentielle Wachstum nicht mehr bewältigen.


Kernherausforderung

Das Problem hatte drei Dimensionen: Erstens fragmentierte Datensilos zwischen Technik, Produktion und Finanzen ohne durchgängige Prozessintegration. Zweitens mangelnde Skalierbarkeit in der Auftragsabwicklung für internationale Containeranlagenprojekte. Drittens mangelnde Transparenz hinsichtlich projektbezogener Kosten und Ressourcen für komplexe Power-to-X-Anlagen.



 

Methodischer Ansatz

Das Beratungsprojekt folgte einem strukturierten dreistufigen Ansatz, der auf dem MECE-Prinzip basiert:

Phase 1 – Prozessbewertung: Dokumentation der aktuellen Prozesse in den Bereichen Engineering, Projektmanagement, Lieferkette und Finanzen. Identifizierung von 14 Kernprozessen mit insgesamt 67 Teilprozessen. Priorisierung nach Wertschöpfungsbeitrag und Digitalisierungspotenzial.

Phase 2 – Prozessoptimierung: Anwendung des First-Principle-Ansatzes zur Reduzierung der Komplexität. Eliminierung redundanter Genehmigungsschleifen im Projektmanagement. Standardisierung der Stücklistenlogik für containerisierte Anlagen. Definition von Schnittstellen zwischen Engineering-Tools und kaufmännischen Systemen.

Phase 3 – ERP-Empfehlung: Erstellung eines strukturierten Lastenhefts mit 124 gewichteten Anforderungen. Durchführung einer Marktanalyse mit sechs ERP-Anbietern. Bewertung nach Kriterien wie Projektgeschäftsfähigkeit, Cloud-Bereitschaft, internationale Multi-Client-Fähigkeit und Branchenfitness für projektbasierte Hersteller.

Ergebnis und Empfehlung

Die Empfehlung lautete auf ein cloudbasiertes ERP-System mit nativer Projektmanagement-Integration. Die Lösung erfüllt die Anforderungen an Mehrwährungsfähigkeit für internationale Projekte, integriertes Projektcontrolling nach der Earned-Value-Methode, Schnittstellen zu CAD/PLM-Systemen für die Engineering-Integration und Compliance-Funktionen für die Fördermittel-Dokumentation.

Quantifizierbare Ergebnisse

Die Prozessoptimierung hat zu konkreten Verbesserungen geführt: eine 35-prozentige Reduzierung der administrativen Durchlaufzeit für die Projekterstellung, eine einheitliche Datenbank für die Echtzeit-Berichterstattung an Investoren und Förderstellen, eine skalierbare Infrastruktur für das geplante Wachstum auf mehr als 20 parallele internationale Projekte und die Vorbereitung auf zukünftige Zertifizierungsanforderungen gemäß ISO 9001 und ISO 27001.


 

Was ist bei der Auswahl eines ERP-Systems für Clean-Tech-Start-ups besonders wichtig?

Clean-Tech-Start-ups wie E-Kraftstoff-Hersteller benötigen ERP-Systeme mit starken Projektmanagement-Funktionen, Fördermittelverfolgung und internationaler Multi-Client-Fähigkeit. Die Möglichkeit, von wenigen auf Dutzende paralleler Projekte zu skalieren, ist entscheidend.

Warum haben E-Kraftstoff-Unternehmen besondere Anforderungen an ERP-Systeme? E-Kraftstoffhersteller wie INERATEC arbeiten projektbezogen mit komplexen Stücklisten für containerisierte Anlagen. Das ERP-System muss Konstruktionsdaten integrieren, internationale Lieferketten abbilden und die Compliance-Dokumentation für Fördermittel automatisieren.

 

Wie lange dauert die Auswahl eines ERP-Systems für ein Start-up?

Ein strukturierter ERP-Auswahlprozess mit Prozessanalyse, Spezifikationen und Lieferantenvergleich dauert in der Regel drei bis vier Monate, abhängig von der Größe des Unternehmens und der Ausgereiftheit seiner Prozesse.

Case Study: ERP-Auswahl für CleanTech-Startup. Prozessoptimierung, Lastenheft und Cloud-ERP-Empfehlung für einen E-Fuels-Pionier – skalierbar von KIT-Spin-off zur internationalen Produktionsanlage.

Mitarbeiteranzahl 100 Kundenausrichtung B2B

Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihren Kunden aus der Industrie und Partnern aus der angewandten Forschung hat sich das Unternehmen auf dem Gebiet der innovativen chemischen Reaktortechnologie und darüber hinaus eine hervorragende internationale Reputation aufgebaut.

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