45-minütiges unabhängiges Strategiegespräch
Das vollständige erste Gespräch mit Dr. Harald Dreher oder dem Senior, der das Mandat führt. Ziel: die Entscheidungslage klären — nicht ein System empfehlen.
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Was im B2B-Großhandel anders ist
In der Fertigung entsteht der Wert im eigenen Produkt, und das ERP plant Material und Kapazität. Im Großhandel ist das Produkt fremd: Der Wert entsteht in Sortiment, Verfügbarkeit und Kondition. Zehntausende Artikel von Hunderten Lieferanten kommen in unterschiedlichen Formaten ins Haus, werden in mehreren Niederlassungen gepflegt – und widersprechen sich, sobald jede Niederlassung ihre eigene Bezeichnung anlegt.
Dazu kommt die Preislogik. Listenpreis, Kundengruppe, Projektpreis, Mengenstaffel, rückwirkender Jahresbonus und bei Genossenschaften die Mitgliederkondition greifen ineinander. Liegt ein Teil davon im Excel neben dem ERP, ist die Marge je Kunde erst am Jahresende bekannt. Und jede Bestellung stellt dieselbe Frage neu: aus dem Zentrallager, aus der Niederlassung oder direkt vom Lieferanten im Streckengeschäft?
Eine belastbare Auswahl beginnt deshalb nicht mit dem Anbietervergleich, sondern mit der Frage, welche Konditionsarten und Belegflüsse Ihr Geschäft tatsächlich hat. Wie wir das in einer herstellerneutralen ERP-Beratung aufbauen, und warum die Prozessaufnahme vor der Systemfrage steht, folgt aus dieser Reihenfolge.
Konditions- und Lagerlogik mit uns durchgehen →Ohne zentrale Prüfung legt jede Niederlassung Artikel nach eigener Logik an: andere Bezeichnungen, Dubletten, widersprüchliche Einheiten. Bei Zehntausenden Artikeln wird daraus ein Datenbestand, dem niemand mehr traut – und den kein Webshop und kein EDI-Partner sauber verarbeitet. Was der Standard leisten muss: ein zentraler Artikelstamm mit Workflow – lokal erfassen, zentral prüfen, freigeben.
Kundenpreise und Staffeln stehen im ERP, rückwirkende Boni, Werbekostenzuschüsse und Projektpreise in einer Tabelle daneben. Der Deckungsbeitrag je Kunde ist dann erst nach der Jahresabrechnung bekannt, und jede Preisverhandlung im Außendienst läuft ohne ihn. Was der Standard leisten muss: Konditionsarten als Stammdaten mit Gültigkeit, Staffel und Bonusabrechnung im System.
Wird das Streckengeschäft wie ein Lagerauftrag gebucht, stimmen weder Bestand noch Liefertermin, und die Niederlassung bestellt nach, was längst unterwegs ist. Was der Standard leisten muss: Bestand je Lagerort in Echtzeit, Umlagerung und Strecke als eigene Auftragsarten mit eigener Disposition.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im B2B empfangen können; die Pflicht zum Ausstellen folgt in Stufen bis zum 1. Januar 2028 (§ 14 UStG). Eine PDF per E-Mail zählt dann nicht mehr als E-Rechnung, verlangt ist ein strukturiertes Format nach EN 16931 wie XRechnung oder ZUGFeRD. Was der Standard leisten muss: strukturierte Rechnungen erzeugen und einlesen, ohne Zusatzmodul, neben dem EDI-Austausch mit den großen Handelspartnern.
Jede Klasse löst die vier Anforderungen an einer anderen Stelle. Die Tabelle beschreibt, wo — und was Sie dafür in Kauf nehmen.
| Systemklasse | Wo die Branchenlogik liegt | Wofür es spricht | Der Preis dafür |
|---|---|---|---|
| Branchen-ERP für den Großhandel | Im Kern des Systems. Konditionsarten, Bonusabrechnung, Strecke und Niederlassungslogik sind Stammdaten und Auftragsarten, keine Zusatzfelder. | Kürzester Weg zu belastbaren Margen je Kunde. Lieferantendaten-Import, Außendienst und Mehrlager sind im Standard angelegt. | Kleinerer Anbieter, kleinerer Markt für Partner und Personal. Fertigung und Konzernfinanzwesen oft schwächer. Wechselkosten hoch, weil die Konditionslogik nicht portierbar ist. |
| Standard-ERP mit Branchenaufsatz | Im Aufsatz eines Partners auf einem breiten Basissystem | Breites Ökosystem, starkes Finanzwesen, Personal am Markt. Großhandelstiefe dort, wo der Aufsatz sie mitbringt. | Zwei Releasezyklen, die auseinanderlaufen können. Abhängigkeit vom Aufsatz-Partner. Die Tiefe der Konditionslogik schwankt stark und muss an den eigenen Bonusmodellen geprüft werden. |
| Generalisten-ERP ohne Branchenbezug | In der Eigenentwicklung oder Anpassung auf Kundenseite. | Größte Freiheit in der Ausgestaltung. Passung zu Konzernstandards. Niedrigste Einstiegshürde bei einfachem Sortiment und einheitlichen Preisen. | Konditionen, Boni und Streckenlogik werden selbst gebaut und selbst gewartet. Jedes Release des Basissystems prüft diese Eigenentwicklung erneut. |
Was die Tabelle nicht entscheiden kann: wie viele Artikel Sie führen, wie viele Konditionsarten Sie tatsächlich nutzen, wie viele Lagerorte denselben Bestand teilen und welcher Anteil Ihres Umsatzes über Strecke läuft. Diese vier Zahlen entscheiden die Auswahl – und keine davon steht in einem Datenblatt. Für die Einordnung im Projekt greifen wir auf unsere Datenbank mit rund 500 Softwareanbietern zurück – herstellerneutral, ohne Provision.
Die Hagos eG ist die Einkaufsgenossenschaft der Kachelofen- und Luftheizungsbauer, gegründet 1919 in Stuttgart. Rund 1.400 Mitgliedsbetriebe in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien beziehen über zehn Niederlassungen und drei Zentrallager ein Sortiment von 45.000 Artikeln; rund 400 Mitarbeitende erwirtschaften etwa 210 Millionen Euro Umsatz.
Artikel wurden dezentral in den Standorten erfasst – ohne einheitliche Standards, ohne zentrale Prüfung und ohne freigabegesteuerten Workflow. Die Folge waren uneinheitliche Bezeichnungen, Dubletten und Widersprüche zwischen den Niederlassungen.
Dreher hat in vier Phasen gearbeitet: eine Stammdaten-Bestandsaufnahme über alle Entitäten, ein zentrales Datenmodell nach dem Single-Source-of-Truth-Prinzip, ein Workflow mit dreistufiger Qualitätskontrolle – lokale Erfassung, zentrale Prüfung, Freigabe – und die Schulung und Governance für 280 Mitarbeitende mit Stammdatenkontakt.
Keine Lizenzen verkauft, keine Herstellerprovision. Unser Honorar ist dasselbe, welches System am Ende gewählt wird.
Zehn Fragen, die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus dem Großhandel uns vor einer ERP-Entscheidung stellen – zu Konditionen, Lager und Strecke, EDI, E-Rechnung, Dauer und Kosten.
Ihr Gesprächspartner
Dr. Harald Dreher
Geschäftsführer & Inhaber · Dreher Consulting
Seit 1992 begleitet Harald Dreher Großhändler im DACH-Mittelstand bei ERP-Entscheidungen – herstellerneutral, ohne Lizenzverkauf. In einem 30-minütigen Gespräch ordnet er ein, welche Systemklasse zu Ihrem Sortiment, Ihren Konditionen und Ihren Lagerorten passt, und wo eine Auswahl gar nicht nötig ist.
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Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2026
Für den B2B-Großhandel eignet sich das ERP-System, das einen zentralen Artikelstamm, eine vollständige Konditionslogik, Bestandsführung über mehrere Lagerorte samt Strecke und strukturierten Belegaustausch im Standard trägt – nicht als Anpassung. Drei Systemklassen erfüllen das auf unterschiedliche Weise. Ein Branchen-ERP für den Großhandel bringt Konditionsarten, Bonusabrechnung und Streckengeschäft als Stammdaten mit; der Preis ist ein kleinerer Anbieter- und Partnermarkt. Ein Standard-ERP mit Branchenaufsatz verbindet ein breites Basissystem mit der Großhandelslogik eines Partners; der Preis sind zwei Releasezyklen und die Abhängigkeit von genau diesem Partner. Ein Generalisten-ERP gibt die größte Freiheit, verlangt aber, dass Konditionen und Strecke selbst gebaut und gewartet werden. Welche Klasse passt, entscheiden vier Zahlen aus Ihrem Betrieb: Artikel, genutzte Konditionsarten, Lagerorte und Streckenanteil.
Drei Wege zum Start – vom ausführlichen Erstgespräch bis zur schriftlichen Anfrage.
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